Author Topic: Aussicht auf Bewährung...mal wieder  (Read 176 times)

Rico Rodriguez

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Aussicht auf Bewährung...mal wieder
« on: November 04, 2013, 08:42:49 pm »
http://www.morgenpost.de/berlin-aktuell/article121533518/Zwillinge-gestehen-in-Hoffnung-auf-Bewaehrungsstrafen.htm

Tod einer 19-Jährigen

Zwillinge gestehen in Hoffnung auf Bewährungsstrafen

Wer fuhr das Unfallauto? Die Beweisführung gegen zwei Brüder hätte vor dem Berliner Landgericht schwierig werden können. Doch die Aussicht auf Bewährung ließ sie gestehen.

Von Michael Mielke

Es ist ein merkwürdiger Prozess. Nicht zuletzt, weil eineiige Zwillinge auf der Anklagebank in Berlin sitzen: beide mit kurzem Haar, groß, schlank, schwarz gekleidet – und wohl nur von Angehörigen zu unterscheiden. Beide sind polizeibekannte Intensivtäter.


Am 15. September 2012 saß einer von ihnen in einem Lieferwagen hinterm Lenkrad, der andere auf der Beifahrerseite, als mit diesem Auto in Friedrichshain eine Passantin, die gerade in ein Taxi steigen wollte, getötet wurde.

Anabell S. war – wie die Zwillinge – 19 Jahre alt. Es gab widersprüchliche Aussagen und Einschätzungen, wer den Wagen gefahren hat. Und es hätte bei der Beweisführung problematisch werden können, die Schuld für diesen Unfall einem der Zwillinge zuzuweisen. Beide hätten nur bestreiten müssen, dass sie gefahren sind. Auch eine DNA-Probe vom Lenkrad hätte den Täter nicht überführt. Eineiige Zwillinge haben den gleichen genetischen Fingerabdruck.

Geklärt, wer am Lenkrad saß

Dieses Problem hat sich erledigt. Am Montag legten beide Angeklagten Geständnisse ab und klärten dabei auch, wer den Wagen fuhr. Diese Aussagen waren Folge eines sogenannten Deals. Das Gericht hatte ihnen zuvor in Aussicht gestellt, bei einem "von Reue getragenen Geständnis" mit einer Bewährungsstrafe davon zu kommen.

Es folgten dann Geständnisse in zwei Stufen. Miriton C., der den Wagen gefahren hatte, gab zunächst an, gar keine Chance gehabt zu haben, einen Unfall zu verhindern.

Gegen 4.30 Uhr befuhr er mit dem Lieferwagen den Stralauer Platz, unweit des Ostbahnhofs. Anabell S. kam gerade mit Freunden aus einer Diskothek. Die Abiturientin glaubte, es sei sicherer, mit einem Taxi statt mit der S-Bahn nach Prenzlauer Berg zu fahren.

Miriton C. gab vor Gericht an, er sei "normal gefahren, nicht gerast". Vor einer Ampel habe er anhalten müssen. Ganz links habe ein Mercedes gestanden, in der Mittelspur ein Taxi. Beide Fahrzeuge seien bei Grün weitaus schneller losgefahren als er. Und dann sei das Taxi plötzlich nach links gezogen, direkt in seine Spur. Er habe in diesem Moment nur noch die Möglichkeit gesehen, das Taxi rechts zu überholen. Menschen habe er nicht gesehen. Kurz darauf habe er einen lauten Schlag gehört, und irgendwas sei nach rechts weggeflogen.

Es waren zwei Menschen, die gerade den Radweg betraten, um in das Taxi zu steigen. Der 18 Jahre alte Begleiter von Anabell S. erlitt glücklicherweise nur Prellungen. Die junge Frau indes wurde von dem Wagen mit einer Geschwindigkeit von 50 bis 60 Stundenkilometern voll getroffen, gegen einen Laternenmast geschleudert – und war sofort tot.

Anwältin kritisiert den Deal

Er sei wie in Trance weiter gefahren und habe erst gestoppt, als sein Bruder Egzon "Halt an! Halt an!" geschrien habe, gab Miriton C. zu Protokoll. Sein Bruder gab sich dann wenig später noch am Unfallort als Fahrer des Lieferwagens aus – weil er einen Führerschein besaß, Miriton C. hatte keinen.

Auch vor Gericht hielt Egzon C. weiter zu ihm. "Er ist mein Zwillingsbruder. Er ist wie ein Teil von mir", hieß es in seiner Aussage. Miriton C. habe ihn erst überreden müssen, ihn hinter das Lenkrad zu lassen. Und er habe schließlich nachgegeben, so Egzon C. "Ich weiß, dass er gut fahren kann. Auch ich hätte in der konkreten Situation den Unfall nicht vermeiden können."

Die Anwältin, die vor Gericht die Eltern der getöteten Anabell S. als Nebenklägerin vertritt, schüttelte ungläubig den Kopf. Sie hatte schon zum Prozessauftakt den vorgeschlagenen Deal kritisiert. Weil es bis zum Prozess von Seiten der Angeklagten keinerlei Hinweise auf Reue gegeben habe. Auch das Gericht gab sich mit diesen vermeintlichen Geständnissen der Angeklagten nicht zufrieden. "Nach vorläufiger Bewertung" seien das "keine umfassenden Geständnisse", kritisierte der Vorsitzende der Strafkammer. Das vorliegende Ergebnis sei "nicht verständigungskonform". Deswegen rate er den Verteidigern, mit den Mandanten noch einmal zu reden.

Genau das geschah. Und 30 Minuten später wurden die Geständnisse noch einmal nachjustiert. "Es kann sein, dass ich stärker hätte bremsen oder nach links ausweichen können. Vielleicht bin ich mit dem Wagen auch etwas zu schnell gefahren", hieß es dann bei Miriton C. Ähnlich fiel die neue Einschätzung seines Bruders aus. Beide mussten vermutlich nicht lange überredet werden. Es war ja immer noch abgemacht, dass sie Bewährungsstrafen bekommen.

Überhöhte Geschwindigkeit

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Angeklagte, die eine fahrlässige Tötung verursachen, zu Strafen auf Bewährung verurteilt werden. Dieser Fall ist jedoch spezieller: Einem vorläufigen technischen Gutachten zufolge soll Miriton C. mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren sein. "Der Lieferwagen war eindeutig schneller als die anderen Autos", sagte eine Studentin am Montag vor Gericht. Und es war schon mehr als grob fahrlässig von Miriton C., dann auch noch zu versuchen, das rechts anhaltende Taxi auch noch von rechts zu überholen.

Beide Angeklagten haben auch noch andere Straftaten verübt, die sie vor Gericht mit der Aussicht auf Bewährung freimütig gestehen: Miriton C. entriss im Februar 2012 in der U-Bahn einer Frau ein iPhone und verkaufte es später. Egzon C. verpasste im Juli 2012 einem anderen Autofahrer, der sich seiner Meinung nach im Verkehr falsch verhalten hatte, einen Schlag gegen den Oberarm. Dabei hielt er – ähnlich einem Schlagring – einen Schlüssel zwischen den Fingern. Der Mann erlitt eine blutende Wunde. Nach dem tödlichen Unfall am 15. September beschimpft Egzon C. Polizeibeamte und bedrohte sie mit einem von der Wand gerissenen Feuerlöscher.

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Anakisra

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Re: Aussicht auf Bewährung...mal wieder
« Reply #1 on: May 14, 2015, 03:33:06 am »
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Phakornwin

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Re: Aussicht auf Bewährung...mal wieder
« Reply #2 on: February 20, 2017, 07:06:03 am »

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