Author Topic: Oriana Fallaci: Die Wut und der Stolz  (Read 2188 times)

KarlMartell

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Re: Oriana Fallaci: Die Wut und der Stolz
« on: September 19, 2012, 03:40:28 pm »
auf den Platz hinunterstiegen. Aber, es gab kein ungeordnetes
Gedränge, nein. In Reih und Glied formierten
sie sich langsam zu einem feierlichen Zug. Langsam erreichten
sie die Mitte des Platzes und, unaufh örlich Allah
Akbar, Allah Akbar psalmodierend, gingen sie über
die Leichen. Sie zertrampelten sie zu einem blutigen Teppich
aus zermalmten Knochen, zerstörten sie wie die beiden
Türme in New York.
Ah! Ich könnte endlos mit solchen Zeugenaussagen
fortfahren. Ich könnte dir nie ausgesprochene, nie veröff
entlichte Dinge sagen … Denn weißt du, was das Problem
ist bei Leuten wie mir, jenen, die zu viel gesehen
haben? Dass sie sich irgendwann an die Ungerechtigkeiten,
die Gräuel gewöhnen. Wenn sie darüber berichten,
kommt es ihnen so vor, als würden sie schon Vorgekautes
wiederkäuen, das die anderen anödet, also schweigen
sie schließlich. Über die Grausamkeit der vom Koran
empfohlenen und von den Luxuszikaden nie verdammten
Polygamie zum Beispiel könnte ich die Geschichte von
Ali Bhutto erzählen: Ali Bhutto, der Staatschef Pakistans,
der von seinen extremistischen Gegnern gehenkt wurde.
Ich kannte ihn gut. Für das Interview habe ich ihn
fast vierzehn Tage lang in Pakistan begleitet. Und eines
Abends erzählte er mir, ohne dass ich ihn danach gefragt
hätte, die Wahrheit über seine erste Ehe. Eine Ehe,
die gegen seinen Willen geschlossen wurde, als er noch
keine dreizehn Jahre alt war. Die Braut, eine schon erwachsene
Frau, war seine Cousine. Das gestand er mir
unter Tränen. Eine Träne lief ihm die Nase entlang bis
zum Mund, wo er sie ableckte. Den darauf folgenden Tag
bereute er jedoch seine Vertraulichkeit. Er bat mich, einige
Details zu streichen, und ich nahm sie heraus, weil
ich stets größte Achtung vor der Privacy der Menschen
gehegt habe. Ich fühlte mich immer unwohl, wenn ich
mir ihre persönlichen Angelegenheiten anhörte und sie
weitererzählte. (Ich weiß noch, wie schwungvoll ich in
Jerusalem Golda Meir unterbrach, die mir, ebenfalls ohne
Auff orderung, die Geschichte ihrer unglücklichen Beziehung
zu ihrem Mann anvertraute: »Golda, sind Sie wirklich
sicher, dass Sie mit mir darüber sprechen wollen?«)
Nach zwei, drei Jahren traf ich Bhutto rein zufällig noch
einmal. In Italien. In einer Buchhandlung in Rom, purer
Zufall. Er lud mich zu einer Tasse Tee ein, und wir unterhielten
uns einige Zeit über die islamische Welt, dann
sagte er: »Wissen Sie, es war falsch von mir, Sie zu bitten,
die Geschichte meiner ersten Ehe zu beschönigen. Eines
Tages sollten Sie sie ganz erzählen.«
Richtig. Also nicht nur von der Erpressung, mit der
man ihn im Alter von weniger als dreizehn Jahren genötigt
hatte, die Cousine zu heiraten, die schon eine Frau
war. »Wenn du brav bist, wenn du die Ehe vollziehst, bekommst
du ein schönes Geschenk: ein Paar Rollschuhe.«
(Oder Kricketschläger? Ich weiß es nicht mehr genau.)
Sondern auch von dem Hochzeitsfest, an dem die Braut
nicht teilnahm, da sie ja eine Frau, das heißt ein niederes
Wesen war. Und nach dem Hochzeitsfest kam die Nacht,
in der die mit Rollschuhen oder Kricketschlägern erkaufte
Ehe vollzogen werden sollte. »Wir vollzogen sie nicht
… Ich war wirklich viel zu jung, noch ein Kind … Ich
wusste nicht, was ich tun, was ich sagen sollte … Und
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anstatt mir zu helfen, weinte meine Braut. Sie weinte und
weinte. Also fi ng ich auch zu weinen an. Dann schlief
ich, müde vom Weinen, ein, und am nächsten Tag verließ
ich sie, um nach England auf die Schule zu gehen.
Ich sollte sie erst nach meiner zweiten Ehe wiedersehen,
als ich längst in meine zweite Frau verliebt war und …
Wie soll ich es sagen? Ich bin kein Freund der Keuschheit
und werde oft beschuldigt, ein Frauenheld zu sein.
Ein Don Juan. Und doch habe ich von meiner ersten Frau
keine Kinder. Ich meine, trotz ihrer Anmut und Schönheit
habe ich sie nie in die Lage versetzt, Kinder zu bekommen
… Der Alptraum jener ersten Nacht hat mich
immer daran gehindert. Und wenn ich sie in Larkana besuche,
wo sie mutterseelenallein und verlassen lebt, wo
sie sterben wird, ohne je einen Mann berührt zu haben,
denn wenn sie einen anderen Mann berührt, begeht sie
Ehebruch und wird gesteinigt, dann schäme ich mich für
mich selbst und meine Religion.« (Bitte sehr, Bhutto. Wo
immer Sie sein mögen, und ich bin sicher, dass Sie nirgendwo
anders als auf dem Friedhof sind, seien Sie gewiss,
ich habe Ihren Wunsch erfüllt. Ich habe schließlich
Ihre Geschichte ganz erzählt.)
* * *
Vor allem im Hinblick auf die Verachtung, mit der die
Moslems die Frauen behandeln, könnte ich unerhörte
Beispiele anbringen. Beispiele, gegen die selbst Bhuttos
erste Ehe nur ein bedauerlicher Fall ist … Meine Beinah-
Hochzeit in Qom, ein Scherz. Denn diese Episoden zei
gen zweifellos, dass die Söhne Allahs auch dem Tod einer
Frau nicht die geringste Bedeutung beimessen. 1973
sprach ich in Amman darüber mit König Hussein von
Jordanien. Einem Mann, der meiner Meinung nach so
moslemisch war, wie ich katholisch bin. So sympathisch,
klug und zivilisiert, dass ich mich noch heute frage, ob er
wirklich im Schatten der Minarette geboren und aufgewachsen
war. Denk nur, dass ich einmal (damals begegnete
ich ihm ziemlich häufi g) zu ihm sagte: »Majestät,
ich muss gestehen, dass es mich als Republikanerin außerordentlich
stört, Sie Majestät zu nennen.« Und statt
mir das übel zu nehmen, lachte er laut auf und antwortete:
»Na, dann nennen Sie mich doch einfach Hussein!«
Dann fügte er hinzu, dass die Arbeit als König genauso
sei wie jede andere auch. »A job like another one.« Ich
sprach mit ihm über die Frauenfeindlichkeit der Moslems
und erzählte ihm, was die palästinensischen Fedajin
einer geheimen Militärbasis in Jordanien mir während
eines israelischen Bombardements angetan hatten.
Sie selbst, Vertreter des männlichen Geschlechts
und folglich überlegene Wesen, hatten sich in einen soliden
Bunker gefl üchtet. Mich, armes Weib und folglich
ein niederes Wesen, hatten sie in ein Sprengstoffl ager
eingeschlossen. (Du kannst dir vorstellen, welches
Entsetzen mich packte, als ich auf ihr höhnisches Gelächter
hin ein Streichholz anzündete, um zu sehen, wo
ich mich eigentlich befand, und die Kisten mit der Aufschrift
Explosive-Dynamite-Explosive sah.) Er regte sich
fürchterlich auf, der arme Hussein. »In meinem Land, in
meinem Reich!«, ächzte er. Doch lassen wir die persön
lichen Angelegenheiten beiseite und halten uns an das,
was ich vorgestern Abend im Fernsehen gesehen habe.
Einen entsetzlichen Dokumentarfi lm, kürzlich in Kabul
gedreht von einer mutigen, angloafghanischen Journalistin,
an der mich besonders ihre weiche, traurige Stimme
und ihr kummervolles, entschlossenes Gesicht faszinierten.
Technisch gesehen war der Film nicht perfekt, aber er
zeigte so grauenhaft e Dinge, dass er mir unerwartet nahe
ging, obwohl mich der Vorspann schon hatte aufh orchen
lassen. »We warn our spectators. Wir warnen unsere Zuschauer.
Th is program contains very disturbing images.
Dieser Film enthält sehr verstörende Bilder.«
Wurde er auch im italienischen Fernsehen gezeigt?
Egal, ob er gezeigt wurde oder nicht, ich sage dir jetzt,
was das für verstörende Bilder waren. Es sind Photogramme,
die die Hinrichtung dreier Frauen zeigen, wodurch
sie sich schuldig gemacht haben, weiß man nicht.
Eine Hinrichtung, die auf dem Hauptplatz von Kabul
stattfi ndet, der mehr einem trostlosen Parkplatz gleicht.
Und auf diesem trostlosen Parkplatz fährt auf einmal ein
Lieferwagen vor, aus dem drei Objekte steigen. Drei Objekte,
drei Frauen, verhüllt mit diesen Laken, die kleine
Löcher auf Höhe der Augen aufweisen, auch Burkah genannt.
Die der ersten ist braun, die der zweiten weiß, die
der dritten grau. Die Frau in der braunen Burkah ist sichtlich
außer sich vor Angst. Sie schlottert, taumelt, kann
sich kaum auf den Beinen halten. Die Frau in der weißen
Burkah macht kleine, tastende Schritte, als fürchtete sie
zu stolpern und sich wehzutun. Die Frau in der grauen
Burkah, sehr klein und schmal, geht dagegen entschlossen
voran und bleibt dann stehen. Sie macht eine Handbewegung,
als wolle sie ihre Gefährtinnen stützen, sie
ermutigen, aber sofort fährt ein Bartträger in Rock und
Turban grob dazwischen. Er trennt sie, stößt sie vorwärts
und zwingt sie, auf dem Boden niederzuknien. All das
geschieht unter den Augen einiger Männer, die den Platz
überqueren, Datteln essen, in der Nase bohren oder gähnen,
als ginge das Ganze sie gar nichts an. Nur ein Junge
im Hintergrund beobachtet die Gruppe mit einer gewissen
Neugier. Die Hinrichtung erfolgt rasch. Ohne Verlesen
eines Urteils, ohne Trommelwirbel, ohne Erschießungskommando,
das heißt ohne Zeremoniell oder Feierlichkeit.
Kaum knien die drei Frauen auf dem Boden,
taucht aus dem Nirgendwo ihr Henker auf, ein weiterer
Bartträger in Rock und Turban, der ein Maschinengewehr
in der rechten Hand hält. Er trägt es wie eine Einkaufstasche.
Gelangweilt und gemächlich kommt er näher
wie einer, der ihm vertraute und vielleicht alltägliche
Gesten wiederholt, und geht auf die drei zu, die warten,
ohne sich zu rühren, und in ihrer Reglosigkeit gar keine
menschlichen Wesen zu sein scheinen. Wie auf dem
Boden abgestellte Bündel sehen sie aus. Von hinten tritt
er an sie heran und schießt unvermittelt aus nächster
Nähe der Frau in der braunen Burkah in den Nacken.
Sie fällt nach vorn, ist sofort tot. Danach schlendert er
genauso gemächlich und gelangweilt einen Meter weiter
und schießt der Frau in der weißen Burkah in den Nacken.
Sie fällt ebenfalls nach vorn, direkt aufs Gesicht.
Danach geht er wieder einen Meter weiter, zögert einen
Augenblick, er kratzt sich an den Genitalien. Langsam,
befriedigt. Dann schießt er der Frau in der grauen Burkah
in den Nacken, die nicht gleich nach vorne fällt wie
ihre Gefährtinnen, sondern noch einige Sekunden dort
kniet, regungslos. Hoch aufgerichtet. Stolz. Schließlich
kippt sie zur Seite und hebt in einer letzten Geste der Auflehnung
einen Zipfel der Burkah, sie entblößt ein Bein.
Der Mann deckt es jedoch ungerührt wieder zu und ruft
die Totengräber, die rasch die drei Leichen an den Knöcheln
packen. Drei breite Blutspuren auf dem Asphalt
hinterlassend, schleppen sie sie fort wie Müllsäcke, und
auf dem Bildschirm erscheint der Außen- und Justizminister,
Herr Wakil Motawakil. (Ja, ich habe mir seinen
Namen aufgeschrieben. Man weiß nie, welche Chancen
das Leben noch bietet. Eines Tages könnte ich ihm auf
einer menschenleeren Straße begegnen, und bevor ich
ihn töte, sollte ich vielleicht seine Identität überprüfen.
»Are you really Mister Wakil Motawakil?«)
Er ist ein dicker Kerl zwischen dreißig und vierzig,
Mister Wakil Motawakil. Sehr fett, mit fettem Turban,
fettem Bart, fettem Schnauzer und kreischender Kastratenstimme.
Als er über die drei Frauen spricht, frohlockt
er. Bebt wie ein Wackelpudding und zwitschert:
»Th is is a very joyful day. Das ist ein freudiger Tag für
uns. Today we gave back peace and security to our city.
Heute haben wir unserer Stadt Frieden und Sicherheit zurückgegeben.
« Allerdings sagt er nicht, auf welche Weise
die drei Frauen den Frieden und die Sicherheit der
Stadt gefährdet hatten, für welches Vergehen oder Verbrechen
sie verurteilt und hingerichtet wurden. Hatten
sie etwa die Burkah abgenommen, um auf die Toilette
zu gehen? Hatten sie etwa ihr Gesicht entblößt, um ein
Glas Wasser zu trinken? Oder hatten sie das Gesangsverbot
missachtet und ihren Kindern ein Schlafl ied vorgesungen?
Womöglich hatten sie sich des schlimmsten aller
Verbrechen schuldig gemacht: lachen. (Ja: lachen. Ich
habe lachen gesagt. Wussten Sie nicht, dass die Frauen
im Afghanistan der Taliban nicht lachen dürfen, dass
es ihnen sogar verboten ist zu lachen?) Alle diese Fragen
bedrängen mich, bis Wakil Motawakil verschwindet
und ich auf dem Bildschirm einen Salon voller junger
Mädchen ohne Burkah sehe. Hübsche Mädchen mit unbedeckten
Gesichtern, bloßen Armen, ausgeschnittenen
Kleidern. Eine lacht voller Freude, frech. Eine lockt sich
die Haare, eine schminkt sich die Augen oder die Lippen,
eine andere lackiert sich die Nägel. Daraus schließe
ich, dass wir nicht mehr in Afghanistan sind, dass die
mutige Journalistin nach London zurückgekehrt ist, wo
sie uns mit einem hoff nungsfrohen Ende trösten will.
Falsch. Wir sind immer noch in Kabul, und die mutige
Journalistin ist so verängstigt, dass ihre feste, traurige
Stimme ganz rau, ja fast erstickt klingt. Mit dieser rauen,
fast erstickten Stimme fl üstert sie: »Um die Bilder aufzunehmen,
die Sie hier sehen, gehen meine Truppe und
ich ein großes Risiko ein. Wir befi nden uns nämlich an
einem der verbotensten Orte der Stadt: in einem klandestinen
Geschäft , einem Symbol des Widerstands gegen
das Talibanregime. In einem Friseursalon.« Und schaudernd
fällt mir ein, was ich, ohne mir dessen bewusst zu
sein, im Jahr 1980 (Interview mit Khomeini) einem Fri
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seur in Teheran angetan habe. Einem höfl ichen Iraner,
dessen Salon »Chez Bashir – Coiff eur pour Dames« von
den Militärbanden der Regierung als Ort des Verderbens
und der Sünde geschlossen worden war. Denn da
ich wusste, dass Bashir alle meine Bücher auf Farsi besaß
und gelesen hatte, konnte ich ihn überreden, seinen
Laden eine halbe Stunde für mich zu öff nen. Seien-Sieso-
freundlich-Bashir. Nur-eine-halbe-Stunde, ich-mussmir-
die-Haare-waschen, und-in-meinem-Zimmer-gibtes-
kein-heißes-Wasser. Armer Bashir. Als er die von den
Militärbanden angebrachten Siegel entfernte, zitterte er
wie ein nasser Hund. Er ließ mich eintreten und sagte:
»Sie verstehen nicht, Madame, welcher Gefahr Sie mich
und auch sich selbst aussetzen! Wenn uns jemand entdeckt
oder davon erfährt, lande ich sofort im Gefängnis
und Sie mit mir!« An jenem Tag entdeckte uns niemand.
Doch acht Monate später, als ich nach Teheran zurückkehrte
(noch so eine hässliche Geschichte, über die
ich nie gesprochen habe) und ihn besuchen wollte, sagte
man mir: »Wissen Sie das nicht? Nach Ihrer Abreise hat
jemand alles verraten. Sie haben Bashir festgenommen,
und er sitzt noch im Gefängnis.«
Ich erinnere mich und begreife, dass die drei Frauen auf
dem Marktplatz getötet wurden, weil sie zum Friseur gegangen
waren. Ich begreife, dass es sich um drei Kämpferinnen,
drei Heldinnen handelt, und jetzt frage ich dich:
Ist das die Kultur, die du meinst, wenn du von Kontrastzwischen-
zwei-Kulturen sprichst?!? O nein, mein Lieber:
nein. Abgelenkt von meiner Liebe zur Freiheit, habe ich
am Anfang gesagt, dass auf der Welt für alle Platz sei,
dass meine Mama immer sagte die-Welt-ist-schön-weilsie-
bunt-ist, dass moslemische Frauen selber schuld seien,
wenn sie so dumm sind, solche Gemeinheiten zu akzeptieren:
Das-Wichtigste-ist-dass-solche-Gemeinheitennicht-
mir-aufgezwungen-werden. Der-Rest-geht-michnichts-
an. Aber das ist ungerecht. Unannehmbar. Denn
als ich diese Überlegung anstellte, hatte ich vergessen,
dass die Freiheit ohne Gerechtigkeit nur eine halbe Freiheit
ist und dass es eine Beleidigung der Gerechtigkeit
bedeutet, nur die eigene Freiheit zu verteidigen. Hiermit
bitte ich die drei Heldinnen und alle Frauen um Verzeihung,
die von den Söhnen Allahs hingerichtet gefoltert
gedemütigt zu Märtyrerinnen gemacht oder in die
Irre geleitet wurden, so sehr in die Irre geleitet, dass sie
sich dem Zug anschlossen, der die zwölf Toten im Stadion
von Dhaka zertrampelte, und erkläre, dass die Sache
mich sehr wohl etwas angeht. Sie geht uns alle an, meine
Herren und Damen Zikaden, und …
Den männlichen Zikaden, das heißt den Heuchlern,
die gegen die »Kultur« der Burkah nie den Mund aufmachen,
nie einen Finger rühren, habe ich nichts zu sagen.
Die Misshandlungen, die Frauen auf Geheiß oder
mit Billigung des Korans erleiden, werden bei ihrer Interpretation
von Fortschritt oder Gerechtigkeit nicht in
Betracht gezogen, und ich hege den Verdacht, dass sie
insgeheim sehr neidisch auf Wakil Motawakil sind. (Der-
Glückliche-er-kann-sie-einfach-hinrichten-lassen.) Nicht
selten schlagen sie ja selbst ihre Frauen. Den homosexuellen
Zikaden, ebenso wenig. Vom Ärger verzehrt, nicht
ganz weiblich zu sein, verabscheuen sie sogar die Un